In meinen Geigen steckt nicht nur mein Name. Es steckt auch ein bisschen von mir selbst darin. Und ein bisschen Schweiß. Der Geigenbau beginnt mit einer ziemlich groben Arbeit. Als ich im Wald lebte, war ich stumm. Jetzt, wo ich tot bin, habe ich eine Stimme und singe. Inschrift, gefunden in einer alten Geige.
Der in Bayern geborene Hans-Martin Bader erlernte den Geigenbau an der Matthias-Klotz-Schule in Mittenwald. Er studierte Violine, Violoncello und Gitarre. 1971 erwarb er seinen Meisterbrief als Geigenbauer und eröffnete seine erste Geigenbauwerkstatt in Allaman, bevor er sich 1982 in Premier in einem 1814 erbauten Bauernhaus niederließ. Dort übt er sein Handwerk als Geigenbauer aus, das er mit der Arbeit auf dem Feld abwechselt.
Die Kundschaft von Hans-Martin Bader reicht weit über die Grenzen des Kantons hinaus, denn seine Geigen, Bratschen, Celli und Kontrabässe werden nach alten Vorlagen gefertigt. Im Jahr 2011 würdigt das Buch Le luthier qui aimait la terre (Der Geigenbauer, der die Erde liebte) sein Leben als Kunsthandwerker und «Bauer, der keinen Traktor, sondern ein Pferd hat und keinen Kühlschrank, sondern einen guten Keller».